"Gewinn fällt nicht vom Himmel" - Veröffentlichung im Magazin Cobouw über die Unternehmensgruppe

Die Ten Brinke Group hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 904 Millionen Euro verbucht, 12 Prozent höher als im vergangenen Jahr. Der Netto Gewinn kam auf 110 Millionen Euro. ,,Es war in der Tat ein gutes Jahr“, beurteilt Direktor und Großaktionär Albert ten Brinke.

Es sind Gewinne von denen andere große Bauunternehmen träumen, die jedoch am Ende des Buchjahres (01. April 2018 bis 31 März 2019) einfach unterm Strich stehen bleiben. ,,Ich will nicht darauf pochen, aber es war in der Tat ein gutes Jahr“, reagiert Albert ten Brinke bescheiden.

[…] Zwischen dem 01. April 2019 und dem 31. März 2020 kommt Ten Brinke voraussichtlich auf einen Umsatz von circa 970 Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern war besser, da jedoch im Jahr zuvor einige außerbetriebliche Ergebnisse berücksichtigt wurden (Außenumsatz), fällt dieser etwas geringer aus, jedoch noch immer über 100 Millionen Euro netto, erklärt Ten Brinke.

Umsatz ist das Ergebnis guter Projekte

Eine Erklärung für den rasanten Umsatzwachstum hat er nicht. ,,Wir haben absolut keine Wachstumsstrategie, daher achten wir nicht so sehr darauf. Ich sage immer ,,Wenn es gut läuft, ist der Umsatz das Ergebnis guter Projekte“. Umsatzwachstum ist seiner Meinung nach kein Ziel. ,,Vielleicht kann man auch mehr Gewinn aus weniger Umsatz generieren“.

Die richtigen Projekte müssen sorgfältig ausgesucht werden. ,,Man schaut sich um, welche Projekte realisierbar sind und was für das Unternehmen tragbar ist. Die Projekte macht man und danach zeigt sich, wie man mit dem Umsatz auskommt“, erklärt er die Arbeitsweise vom Unternehmen. Der Geschäftsführer aus dem Region um Twente (Niederlande) findet es nicht ärgerlich, wenn der Umsatz im kommenden Jahr weniger würde. ,,Das heißt ja nicht, dass wir auch weniger verdienen“.

Die Ten Brinke Group hat vergangenes Jahr den Cobouw Award für das leistungsstärkste Bauunternehmen gewonnen. Laut dem Top Mann können die Leistungen eigentlich noch wohl verbessert werden. ,,Trotz dessen, dass wir sehr gute Margen haben, lassen wir noch viel Geld liegen. Zum Beispiel durch Fehler oder falsche Vergaben“, gibt er einen Blick hinter die Kulissen.

Corona sorgt für Ruhe im Zelt

Durch Corona kehrt laut Albert ten Brinke etwas mehr ,,Ruhe im Zelt ein. Das kann auch nicht anders“. Nicht, dass er glücklich über die Lage rund um Corona ist. ,,Überhaupt nicht, es ist erschreckend was sich momentan abspielt. Für die Baubranche bedeutet es jedoch etwas Entspannung und eine Senkung der Baupreise. Wenn der Verkauf ruhiger wird, dann wird es auch im Einkauf etwas entspannter."

Erfolgsunternehmer Albert ten Brinke hält alles in eigenen Händen

,,Gewinn fällt nicht vom Himmel oder?“

Es wird etwas einfacher, wenn ein Nachunternehmer für Dich arbeiten möchte, weil er die Aufträge wieder nötig hat. Dann hat er auch mehr Zeit und pfeift nicht aus dem letzten Loch und läuft Gefahr, dem Bautempo nicht standzuhalten, weil er zu wenig Kapazitäten hat. Letzteres bedeutet für uns Mehrarbeit, das wir dann auf eine andere Weise lösen müssen.

Nach der Sommerpause wird es wegen der Corona Krise Probleme in der Baubranche geben, weil Aufträge wegfallen, prognostiziert Ten Brinke. ,,Die Baubranche ist spätzyklisch. Projekte laufen die nächsten 6 bis 8 Monate weiter. Momentan wird es noch keiner merken, danach mit Sicherheit.“

Bei der Ten Brinke Group wird es wahrscheinlich noch halb so schlimm ausfallen, versichert Ten Brinke. Die Auftragsbücher für die kommenden Jahre sind noch mit ca. 1,5 Milliarden Euro gefüllt. ,,Wir haben sehr viele entwickelte Projekte an Anleger verkauft, vor allem Wohnungsbauprojekte in Deutschland. Zum Glück haben wir den Preis fixiert. Wenn der Markt rückläufig ist und die Preise sinken, ist das für die Produktion / den Bau nicht verkehrt. Natürlich müssen bis dahin die benötigten Anträge rechtzeitig erteilt werden, was noch zu Schwierigkeiten führen wird.“

Deutschland bleibt für das Unternehmen aus dem niederländischen Varsseveld der größte Markt. 82 Prozent des Umsatzes kommen von den Nachbarn aus dem Osten, 13,5 Prozent aus den Niederlanden und 4,4 Prozent aus Spanien. Der Umsatzanteil aus dem niederländischen Markt war im Vorjahr etwas höher, bei 15 Prozent.

Laut Ten Brinke hängt das auch mit der niederländischen Baupolitik zusammen. ,,In Deutschland lässt man dem Projektentwickler mehr Freiheiten als in den Niederlanden. Ich denke, dass das besser ist.”